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Zwischen Selbstverteidigung und Schutzbedürfnis

Zwischen Selbstverteidigung und Schutzbedürfnis


Der dritte Tag des IGF 2012 begann mit einer lebhaften Debatte im Workshop Freedom of expression and freedom from hate online mit dem Untertitel 'Young People Combating Hate Speech Online'.

Jungen Menschen, die man heute oft als 'Digitale Natives' bezeichnet, wird unterstellt, dass es für sie keinen Unterschied gebe zwischen ihrem digitalen Leben und der Realität. Aber die Jugendlichen in diesem Workshop erklärten mehrheitlich, dass online und offline für sie nicht dasselbe sei. Sie beklagten, dass die Anonymität im Netz dazu beitrage, Extremismus und rassistische Inhalte zu verbreiten. Hassrede basiere oft auf einem unausgewogenen Kräfteverhältnis und gehe meist zu Lasten ohnehin benachteiligter gesellschaftlicher Gruppen.

Veronica Donoso von Child Focus in Belgien betonte, dass Hassrede sich zunehmend in der Gesellschaft verbreite, zum Beispiel nutzten rivalisierende Gruppen von Fußballfans das Internet als Plattform für ihre Auseinandersetzungen. Die Jugendlichen im Workshop stimmten dem zu und sagten, dass sich ein Maß an Toleranz für Hassrede entwickelt habe, das ihrer Ansicht nach nicht akzeptabel sei.

Thiago Tavares von SaferNet Brazil berichtete über mehr als 300 Neo-Nazi Zellen, die in Brasilien aktiv sind und das Internet für ihre Propaganda nutzen. Angesichts dessen bestehen berechtigte Bedenken, ob Jugendliche immer in der Lage sind zu durchschauen, dass auf diese Art und Weise ihre Online-Communities infiltriert werden. Gleichzeitig wurden im Workshop aber auch Stimmen laut, die Nazi-Webseiten als eine Möglichkeit betrachten, den Gegner zu erkennen und angemessen dagegen vorzugehen. Weitaus schwieriger ist es Extremismus und Rassismus zu identifizieren und zu bekämpfen, wenn Soziale Netzwerke als Propagandaplattform genutzt werden. Erneut wurde deshalb dafür plädiert, Jugendliche für das Erkennen und die Bewältigung derartiger Inhalte ebenso zu befähigen wie für die Wahrnehmung ihres Rechts auf freie Meinungsäußerung.

Mehr Informationen unter www.intgovforum.org/

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