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Online Anonymität, Freie Meinungsäußerung und Kinderrechte (IGF 2013, 3. Tag)

Online Anonymität, Freie Meinungsäußerung und Kinderrechte (IGF 2013, 3. Tag)


Stoßzeit für Themen rund um die Internetnutzung von Kindern und Jugendlichen am dritten Tag des IGF 2013.

Der Tag begann mit einer gemeinsamen Session von ITU und UNICEF, die sich im Wesentlichen mit der Child Online Protection Initiative der ITU befasste. Die Initiative verfolgt die folgenden Ziele:

  • Risiken und Verletztlichkeit von Kindern im Cyberspace identifizieren
  • Bewusstsein schaffen
  • Praktische Instrumente zur Reduzierung der Risiken entwickeln
  • Wissen und Erfahrungen austauschen

Jugendliche selbst hatten das Wort in einer Session des Jugend IGF - Youth IGF, in der es um Anonymität online ging. Die Jugendlichen präsentierten die Ergebnisse einer Befragung mit weltweit 1.382 Teilnehmenden zur anonymen Nutzung von Online-Services. Anonym zu sein ist abhängig von der jeweiligen Beziehung, erklärten die Jugendlichen. Man ist vielleicht anonym für die anderen Nutzer in einem Forum, aber das heißt nicht zwangsläufig, dass man auch anonym gegenüber dem Moderator des Forums ist. Der 'falsche' Eindruck von Anonymität wurde daher als besonderes Risiko angesehen.

Andererseits wurde auch argumentiert, dass Anonymität dazu beitragen kann, dass soziale und moralische Werte verletzt werden. Anonymität dürfe nicht dazu missbraucht werden, um die Verantwortung für die Konsequenzen des eigenen Handelns zu vermeiden. Aber jede Münze hat zwei Seiten und Anonymität kann zugleich große Vorteile bieten. Hier wurde in der Diskussion auf die kürzlich erfolgte Änderung der Privatsphäreeinstellungen bei Facebook verwiesen. Jugendliche unter 18 Jahren, die sich neu bei Facebook anmelden, können automatisch zuerst nur an Freunde posten, aber sie haben die Möglichkeit dies zu ändern und Inhalte mit allen Facebooknutzern zu teilen.

Mit ihrem ersten öffentlichen Post sehen sie nun einen Hinweis, dass nicht nur Nutzer, die sie selbst kennen, diese Inhalte sehen werden, sondern alle Nutzer. Nicola Douglas vom Jugend IGF kommentierte diese neuen Privatsphäreeinstellungen folgendermaßen: Ich denke, es ist Teil des Rechts auf freie Meinungsäußerung, dass man selbst darüber entscheiden kann, welches Publikum man erreicht. Ein Punkt, der später in einer anderen Session aufgegriffen wurde, in der es um den möglichen Konflikt zwischen Jugendschutz und Rechten von Kindern und Jugendlichen ging. Nach Ansicht von Larry Magid, Direktor of ConnectSafely.org, zahlt die Möglichkeit öffentlich auf facebook zu posten direkt ein auf das Recht junger Menschen auf freie Meinungsäußerung, wie es in Artikel 13 of the UN Kinderrechtskonvention festgelegt ist.

Panel des Jugend IGF 2013 (Quelle: Jutta Croll)
Panel des Jugend IGF 2013 (Quelle: Jutta Croll)

Ein weiteres Treffen der Dynamic Coalition on Child Online Safety, zu deren Gründungsmitgliedern die Stiftung Digitale Chancen gehört, fand am Nachmittag statt. Hier stand der Kampf gegen Missbrauchsdarstellungen von Kindern im Internet auf der Agenda. Die Podiumsteilnehmenden erklärten unter anderem, dass der Erfahrungsaustausch und die Entwicklung von gemeinsamen Strategien weltweit durch die Verwirrung um die richtigen Begrifflichkeiten erschwert wird. Einige Akteure sprechen von kriminellen Inhalten, während andere diese als illegal bezeichnen, manche sprechen von Missbrauchsbildern, andere von Kinderpornographie. Um darauf zu reagieren, kündigte Dynamic Coalition an, ein Lexikon mit Definitionen zu diesem Themenspektrum vorzulegen.

Hier finden Sie mehr Informationen zum Internet Governance Forum.



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Detlef warda am 04.09.2014 um 19:24
Ich unerstütze die Idee.
Ich finde es wurde auch Zeit!
Etwas zu unternehmen!
Es ist nie zu spät.............
L.G.
Herr Warda

"sicher online gehen" - eine Initiative von Bund, Ländern und der Wirtschaft

sicher online gehen

"sicher online gehen" ist eine Initiative von Bund, Ländern und Wirtschaft für einen besseren Schutz von Kindern im Internet. Vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend initiiert, werden hier Internet Empfehlungen erarbeitet für eine zeitgemäße Kinder- und Jugendnetzpolitik, die Kinder, Jugendliche, Eltern, Pädagogen sowie Akteure der digitalen Welt dabei unterstützt, den Herausforderungen einer sich schnell entwickelnden digitalen Medienlandschaft gerecht zu werden.

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