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Digitale Staatsbürgerschaft und die Verantwortung von Unternehmen

Digitale Staatsbürgerschaft und die Verantwortung von Unternehmen


Am letzten Tag des IGF 2012 setzte sich die Debatte zwischen Jugendlichen, die für Meinungsfreiheit und gegen Kontrolle und übermäßige Schutzmaßnahmen plädierten und den Vertreterinnen und Vertretern von Jugendschutzorganisationen fort im Workshop Citizenship in the digital era - meeting the challenges, empowering children.

Digitale Staatsbürgerschaft, das klingt nach einem neuen Konzept, aber John Carr betonte, dass bestehende Verpflichtungen nicht dadurch entfallen, dass man sich im Internet bewegt.. Jugendliche dafür zu befähigen, mit den Risiken und Gefährdungen des Internet umgehen zu können, sei ein guter Ansatz für die Älteren, aber für jünger Kinder, so John Carr, müsse der SchutzVorrang haben, das Konzept der Medienkompetenz überdacht und entsprechende Vorgehensweisen entwickelt werden. In Großbritannien nutzen laut aktuellen Studien rund 30 % der Drei- bis Vierjährigen IPads oder Smartphones und sind damit im Internet unterwegs. Man kann nicht erwarten, dass Kinder dieser Altersgruppe die Konsequenzen ihrer Onlineaktivitäten durchschauen können.

Welche Rolle die Unternehmen spielen können, stand auf der Agenda des nächsten Workshops An industry lead approach for making internet a better place for kids Janice Richardson, Moderatorin in Vertretung der Europäischen Kommission erklärte, dass mit dem Wechsel des Programmnamens von "Safer Internet" zu "Making the Internet a better place for kids" auch neue Aspekte wie positive Internetinhalte für Kinder in den Blick genommen werden. Eine Vielzahl von Unternehmen hat in der so genannten CEO Coalition seit inzwischen mehr als einem Jahr hart daran gearbeitet, ihren Beitrag für ein besseres Internet für Kinder zu leisten. In der CEO Coalition hat sich eine Arbeitsgruppe mit so genannten parental control tools, d. h. technischen Instrumenten der elterlichen Kontrolle - wie Filterprogramme - befasst, während andere sich um effektive Maßnahmen zur Entfernung von Onlineinhalten, die Kindesmissbrauch zeigen, umaltergerechten Privatsphäreeinstellungen und Meldemöglichkeiten sowie die Kennzeichnung von Inhalten kümmerten. Die Panelteilnehmerinnen und -teilnehmer wurden erneut mit der Ablehnung von Filtern und Kontrollmechanismen durch die Vertreter der Jugendgruppen konfrontiert, hielten aber argumentativ dagegen. So erklärte Cornelia Kutterer from Microsoft Wir werden die Rechte von Kindern ebenso berücksichtigen wie das Recht auf freie Meinungsäußerung. Aber als Mutter von drei Kindern erhebe ich Anspruch auf mein Recht, diese Kinder zu erziehen und zu entscheiden, was für sie angemessen ist. Sie forderte, mehr Eltern in die Debatte einzubeziehen und wurde dabei von Sevinj Muradova, der Vertreterin des Aserbeidschanischen Ministeriums für wirtschaftliche Entwicklung unterstützt, die mehr Zusammenarbeit mit Eltern, Lehrern, Gemeinden und Sozialarbeitern forderte.

Veronica Donoso, als Vertreterin des EUkidsonline Netzwerks verlangte mehr Forschung und Evaluation der bisherigen Maßnahmen des Kinder- und Jugendschutzes im Internet, während Peter Matjasic (European Youth Forum) vollständige Transparenz, einfache Nutzungsbedingungen, Unterstützung der Nutzer und mehr Medienkompetenz forderte. Richard Allan von Facebook reagierte darauf mit der klaren Ansage, dass die Diensteanbieter es als ihre Aufgabe ansehen, die Plattformen ständig innovativ weiterzuentwickeln und schnelle Lösungen für die Bedürfnisse der Nutzer zu finden. Zum Schluss stimmten die Panelteilnehmer John Carr zu, dass kleine Unbequemlichkeiten die z. B. durch Zugangsbeschränkungen für Erwachseneninhalte verursacht werden, in Kauf genommen werden sollten, wenn man dadurch jüngere Kinder schützen kann.

Mehr Informationen unter www.intgovforum.org/

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"sicher online gehen" ist eine Initiative von Bund, Ländern und Wirtschaft für einen besseren Schutz von Kindern im Internet. Vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend initiiert, werden hier Internet Empfehlungen erarbeitet für eine zeitgemäße Kinder- und Jugendnetzpolitik, die Kinder, Jugendliche, Eltern, Pädagogen sowie Akteure der digitalen Welt dabei unterstützt, den Herausforderungen einer sich schnell entwickelnden digitalen Medienlandschaft gerecht zu werden.

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